ISA – Individuelle Schwerstbehinderten-Assistenz

ISA – Was ist das?

Die ISA ist ein ambulanter Dienst für Menschen mit Behinderungen, insbesondere für körperbehinderte Menschen unterschiedlichsten Alters in Freiburg, Kirchzarten, Stegen, Teningen und Heitersheim. Diese Menschen sind in ihrer Bewegungsfähigkeit teilweise stark eingeschränkt (z.B. durch Lähmungen nach einem Unfall oder durch eine Muskelerkrankung) und brauchen deshalb umfangreiche Unterstützung, um selbständig leben zu können und ihren Alltag im häuslichen oder beruflichen Umfeld praktisch zu bewältigen bzw. um eine Hochschule zu besuchen. Sie leben in ihrer eigenen Wohnung, alleine oder mit Familie. Das Ziel der ISA besteht darin, diese Menschen so zu unterstützen, dass sie so lange wie möglich selbständig und selbstbestimmt in ihrer eigenen persönlichen Umgebung leben können und nicht in ein Heim umziehen müssen.

Darüber hinaus unterstützen wir Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen beim Besuch der Regelschule und ermöglichen ihnen dadurch, gemeinsam mit nichtbehinderten Schüler/innen zu leben und zu lernen.

Freiwillige, die sich in der ISA engagieren, leisten über die Alltagshilfe hinaus einen wertvollen Beitrag zu dem Ziel, dass Menschen mit einer Behinderung ganz selbstverständlich an Leben in der Gemeinschaft teilhaben können und dass die Unsicherheiten zwischen Menschen mit und ohne Behinderung abgebaut werden nach dem Motto: Es ist normal, verschieden zu sein.

Fotos

weitere Fotos aus den ISA-Einsätzen finden Sie hier.

Erfahrungsberichte

von bisher aktiven Freiwilligen aus der ISA finden Sie hier.

Aufgaben – Was hat man als Freiwillige oder Freiwilliger in der ISA zu tun?

Die Mitarbeiter/innen der ISA sind in der Regel überwiegend bei einer Person eingesetzt und übernehmen dort als persönliche Assistent/innen alle Alltagstätigkeiten, die diese Person selbst nicht oder nur mit Hilfestellung ausführen kann. Die Aufgaben, die sie dabei haben, liegen vor allem in den Bereichen Mobilität, Haushalt und Körperpflege, bei jüngeren oder geistig behinderten Schüler/innen auch in der pädagogischen Betreuung und Begleitung. Man ist als Assistent/in für die vielen kleinen Dinge zuständig, die man auch bei sich selbst tut – vom Abheben des Telefonhörers bis zum Zähneputzen. Der Unterschied ist eben, dass man es hier für jemand Anderes tut. Da auch Hilfen bei der Mobilität notwendig sind, ist ein PKW-Führerschein von Vorteil und erweitert die Einsatzmöglichkeiten. Für Einsätze in der Schulassistenz ist kein Führerschein erforderlich. Auch bei der Schulassistenz begleitet man in den meisten Fällen einen einzelnen Schüler bzw. eine einzelne Schülerin. Im Grundschulbereich gibt es aber auch Inklusionsklassen, in denen mehrere Schüler/innen mit geistiger Behinderung zusammen in Kleingruppen unterrichtet werden. Hier ist die Assistenzkraft eine Verstärkung für das pädagogische Team und unterstützt mehrere Schüler/innen.

Schulung – Wie wird man auf diese Aufgaben vorbereitet?

Alle neuen Mitarbeiter/innen in der ISA erhalten interne Schulungen zu Themen wie Kommuni­kation, Grundpflege, Hebe- und Tragetechniken und Erste Hilfe. Außerdem nehmen alle Freiwilligen in FSJ und BFD am Seminarprogramm des FSJ- oder BFD-Trägers teil (Näheres dazu siehe unten). Dieses besteht aus 25 Seminartagen, die sich in Blöcken von fünf bis sieben Tagen (incl. einwöchigem Startseminar und Abschlussseminar) über ein Jahr verteilen. Im FSJ sind drei dieser 25 Seminartage durch die internen Schulungen belegt. Auch die BFD-Teilnehmer/innen erhalten die internen Schulungen im selben Umfang. Beim BFD ist in den Seminaren ein einwöchiges Seminar zur politischen Bildung enthalten. Die praktische Einarbeitung erfolgt durch den Assistenznehmer/die Assistenznehmerin selbst, teilweise durch seine/ihre Bezugspersonen und in den meisten Fällen durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter, der/die sich in diesem Einsatz schon auskennt. Mit der ISA-Leitung, die aus pädagogisch und pflegerisch qualifizierten Fachkräften besteht, kann man alle Fragen besprechen, die sich darüber hinaus noch ergeben.

Welche Belastungsfaktoren gibt es?

Die Arbeit in der ISA kann körperlich anstrengend sein, weil es vorkommen kann, dass man körperbehinderte Assistenznehmer/innen im Rollstuhl bewegt und dabei auch kleinere Barrieren überwinden bzw. sie heben und umsetzen muss. In den meisten Einsätzen verbringt man darüber hinaus mit der Person, die man unterstützt, viel Zeit auf engem Raum. Das hat natürlich den Vorteil, dass man sehr indivi­duell und persönlich auf sie eingehen kann, aber evtl. auch den „Nachteil“, dass man intensiv damit konfrontiert ist, wie der- oder diejenige mit seiner/ihrer Behinderung umgeht. Je nachdem wie Assistenzkraft und Assistenznehmer/in miteinander klarkommen, kann dies einiges an Belastbarkeit erfordern. Die Situation bietet aber auch viele Möglichkeiten, eigene Erfahrungen zu sammeln und sich persönlich weiter zu entwickeln. Darauf wird man vorbereitet und dabei wird man von der ISA-Leitung fachlich begleitet und persönlich unterstützt mit dem Ziel, die eigenen sozialen Kompetenzen auszubauen und so die Voraussetzungen für die persönliche und berufliche Zukunft zu verbessern.

Welche Voraussetzungen sollte man mitbringen?

Wichtig sind die Bereitschaft, als Assistenzkraft Menschen mit einer Behinderung bei der Gestaltung eines selbstbestimmten Lebens zu unterstützen, und das Interesse an einer intensiven persönlichen Zusammenarbeit. Wegen des hohen Assistenzbedarfs unserer Auftraggeber/innen sind Zuverlässigkeit, Selbständigkeit, Kommunikations- und Kritikfähigkeit sowie körperliche Belastbarkeit unbedingt erforderlich.

Sehr gute Deutschkenntnisse sind in diesem Arbeitsfeld Voraussetzung, da Menschen mit schweren Behinderungen im Alltag darauf angewiesen sind, dass ihre Assistenzkraft jede Äußerung im Detail sofort versteht.

Mindestalter 18 Jahre.

Ein PKW-Führerschein ist in manchen Einsätzen erforderlich, in jedem Fall von Vorteil.

Nicht erforderlich sind Vorkenntnisse in der Pflege oder in der Arbeit mit behinderten Menschen.

Bewerbungsverfahren

Gerne können Sie uns Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Kopien von Zeugnissen, Praktikumsbescheinigungen, Führerschein) als E-Mail zukommen lassen (E-Mail-Anhang bitte möglichst in einer einzigen PDF-Datei). Auch der Postweg ist möglich. Als zweiter Schritt folgt dann ein telefonischer Kontakt, bei erste Fragen geklärt werden und ggf. ein Bewerbungsgespräch vereinbart wird. Im Bewerbungsgespräch stellen Sie sich bei uns vor und erfahren alles Wichtige über die Arbeit in der ISA und über die organisatorischen Fragen. Wenn sich dann beide Seiten eine Zusammenarbeit vorstellen können, schlägt die ISA-Leitung einen konkreten Einsatz vor. Als weiterer Schritt vereinbart dann der/die Bewerber/in mit der Kontaktperson einen Kennenlerntermin in deren eigenem Wohn- bzw. Arbeitsumfeld. Das kann – je nach Einsatz – die behinderte Person selbst, ein Angehöriger oder eine Lehr- oder andere Betreuungskraft sein.Wir empfehlen, diesen Termin nicht auf ein kurzes Gespräch zu beschränken, sondern einfach mal einen Tag oder einige Stunden mit dem/der jetzigen Helfer/in „mitzulaufen“ (Hospitationstag), damit man einen Eindruck bekommt, wie der Alltag in diesem Einsatz „sich anfühlt“. Für diesen Kennenlern- oder Probearbeitstermin ist meist eine zweite Anreise notwendig, weil er sich auch nach dem Termin­kalender des Assistenznehmers/der Assistenznehmerin richtet. Für Bewerber/innen, die von weiter her kommen, empfiehlt es sich daher, wenn möglich einige Tage Aufenthalt in Freiburg einzuplanen. Dann ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass man in dieser Zeit auch einen Kennenlerntermin hinbe­kommt. Nach dem persönlichen Kennenlernen geben beide (Bewerber/in und Assistenznehmer/in bzw. Kontaktperson) eine Rückmeldung an die ISA-Leitung, ob sie gerne zusammenarbeiten möchten oder nicht. Wenn wir im ersten Anlauf nicht den passenden Einsatz für Sie finden, ist das Kennenlernen weiterer Einsätze möglich. Wenn ein passender Einsatz gefunden ist, wird über den FSJ-Träger DRK Baden (Badisches Rotes Kreuz) bzw. über den BFD-Träger AWO Baden eine schriftliche Vereinbarung abgeschlossen. Hierzu braucht der FSJ- bzw. BFD-Träger von Ihnen einen zweiten Satz Bewerbungsunterlagen. Für das FSJ lädt Sie das DRK Baden zu einer Info-Veranstaltung ein, in der es um die FSJ-Vereinbarung, die Begleitseminare und die Zusammenarbeit zwischen Einsatzstelle, Träger und Freiwilligen geht. Für den BFD wird Ihnen der Vertrag einfach zugeschickt. Nähere Fragen hierzu beantwortet Ihnen die ISA-Leitung gerne.

Vergütung

Die Freiwilligen in der ISA (FSJ oder Vollzeit-BFD) erhalten eine Netto-Vergütung in Höhe von monatlich 480,00 €. Freiwillige, die nicht aus der Region Freiburg kommen und daher ein Zimmer anmieten müssen, erhalten eine erhöhte Netto-Vergütung von 516,00 €. Die Nettovergütung setzt sich zusammen aus dem Taschengeld sowie einer Verpflegungspauschale und einem Wohn- und Fahrkostenzuschuss. Darüber hinaus haben Sie während des FSJ oder BFD Kindergeldanspruch, sofern Sie noch nicht 25 Jahre alt sind. Die Einsatzstelle übernimmt die kompletten Sozialversicherungsbeiträge und beteiligt sich an den Seminar- und Verwaltungskosten des Trägers.

Jobben

In der ISA besteht auch die Möglichkeit, nach dem FSJ bzw. BFD zu jobben. Das ist besonders interessant für diejenigen, die nach dem Freiwilligendienst in Freiburg bleiben möchten, z.B. um hier zu studieren. Wenn man in der ISA jobbt, ist man nicht mehr beim DRK angestellt sondern direkt bei der AWO. Nähere Infos erhalten Sie bei der ISA-Leitung.

Wohnen

Wenn Sie nicht aus Freiburg oder der näheren Umgebung kommen, brauchen Sie eine Wohn­möglichkeit. Da wir leider keine Wohnung stellen können, müssen Sie sich diese selber suchen. In der Vergütung ist ein Mietzuschuss enthalten. Darüber hinaus können wir leider keine Mietkosten übernehmen. Bei der Wohnungssuche ist zu beachten, dass vor allem in den Monaten Juli bis Oktober viele Studienanfänger ebenfalls auf Wohnungssuche sind. Sie sollten also rechtzeitig damit beginnen. Es gibt zwei Kleinanzeigenblätter, über die der Großteil des Freiburger Wohnungsmarktes läuft und die Sie auch per Internet einsehen können: Die „Zypresse“ (erscheint Mittwoch und Samstag) unter www.zypresse.com und das „Schnapp“ (Donnerstagsbeilage der „Badischen Zeitung“) unter www.schnapp.de. Interessant ist es auch, dort selbst eine Anzeige zu schalten. Internetseiten wie www.wg-gesucht.de sind eine weitere gute Möglichkeit.

Freiburg

Freiburg ist als die sonnigste und eine der schönsten Großstädte Deutschlands (ca. 230.000 Einwohner) nicht nur in der Region Schwarzwald und Oberrhein für viele Menschen als Wohn-, Arbeits- und Studienort attraktiv, sondern auch für viele Menschen, die von weiter her kommen. Die Universität und die anderen Hochschulen (zwei Fachhochschulen für Sozialwesen, die Pädagogische Hochschule, die Musikhochschule, die Hochschule für Kunst, Design und Populäre Musik) bieten eine Menge Studienperspektiven und sind auch der Motor für das lebendige und vielfältige kulturelle Leben in Freiburg.

Näheres über unsere Stadt erfahren sie unter anderem auf folgenden Websites: www.freiburg.de, www.fudder.de, www.badische-zeitung.de.

Die Websites der Hochschulen: www.uni-freiburg.de, www.eh-freiburg.de, www.kh-freiburg.de, www.ph-freiburg.de, www.mh-freiburg.de, www.hkdm.de.

Weitere Infos – Kontakt

AWO-Freiburg Ambulante Dienste gGmbH – ISA, Sulzburger Straße 4, 79114 Freiburg

Ihre Ansprechpartner:

Gerd Neumann / Anette Dossenbach

Fon/Whatsapp: 0761 – 45577 – 82
Fax: 0761 – 45577 – 85
Mail: isa@awo-freiburg.de

Wir freuen uns auf Ihren Anruf, Ihre E-Mail oder auf Ihre Nachricht auf unserem Anrufbeantworter.

Wenn Sie uns Ihre Telefonnummer mitteilen, rufen wir Sie gerne zurück, auch nachmittags außerhalb unserer Sprechzeiten!

Weitere Infos über die ISA finden Sie auf der Internetseite der AWO-Freiburg Ambulante Dienste gGmbH.

Über das Druckersymbol unten können Sie dieses Stellenprofil auch ausdrucken.