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Große Schritte, riesen Freude

Im Schulkindergarten HUCKEPACK wird auf jedes Kind individuell eingegangen (Foto: Nils Müller).

In einem ehemaligen Schwimmbad in Freiburg-Zähringen ist der Schulkindergarten HUCKEPACK beheimatet. Ein besonderer Ort für eine besondere Einrichtung der AWO Freiburg. Einrichtungsleiterin Johanna Leppert und Denise Kimmich, die derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst (BFD) im Schulkindergarten HUCKEPACK absolviert, erzählen aus ihrem Arbeitsalltag:

Frau Leppert, was ist das Besondere am Schulkindergarten HUCKEPACK?

Johanna Leppert: Wir sind eine Einrichtung, die körper- und mehrfachbehinderte Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bis zu ihrer Einschulung begleitet. Bei uns werden Jungen und Mädchen betreut, die gelagert werden müssen und im Alltag viel Unterstützung brauchen, sowie welche, die laufen und sprechen können. Manche kommunizieren alternativ und werden dabei mit Sprachausgabegeräten oder Kommunikationskarten unterstützt. Uns geht es darum, die Kinder in ihrer Selbstständigkeit und ihrem individuellen Lernen zu fördern.

Wie geht Ihre Einrichtung auf diese besonderen Bedürfnisse der Kinder ein?

Johanna Leppert:Jedes unserer 25 Kinder hat einen individuellen Förder- und Bildungsplan, der im Alltag umgesetzt werden soll. Im Umgang mit den Kindern lassen wir immer therapeutische Ansätze etwa aus der Physiotherapie oder der Logopädie einfließen, sodass die Jungen und Mädchen quasi nebenbei in ihrer Motorik oder beim Sprechen gefördert werden und es nicht als Therapie empfunden wird.

Dafür sind die Kinder in fünf Gruppen mit eigenem Gruppenteam untergebracht. Ein Team besteht immer aus hauptamtlichen Mitarbeitern und zwei Freiwilligen im FSJ oder BFD, die für uns wertvolle Arbeit leisten. Ohne Freiwillige geht es bei uns nicht.

Denise, Warum hast Du Dich dazu entschieden, im Schulkindergarten HUCKEPACK dein BFD zu machen?

Denise Kimmich: Hier hat für mich alles gepasst. Ich fand das Konzept schön. Man kann sehr eng mit einzelnen Kindern zusammenarbeiten, da die Gruppen mit vier bis sechs Kindern relativ klein sind. Ich hatte schon im Vorfeld darüber nachgedacht, später beruflich mit Menschen mit Beeinträchtigung zu arbeiten. Während meines BFD konnte ich ausprobieren, ob das was für mich ist – und wurde darin bestätigt: Nach meinem Freiwilligendienst werde ich eine Ausbildung in Heilerziehungspflege zu machen, weil mir die Arbeit hier sehr gefällt.

Was macht Dir hier besonders Freude?

Denise Kimmich: Es ist toll zu sehen, dass man den Kindern eine Hilfe sein und ihnen viel Unterstützung geben kann. Ich finde es sehr spannend, individuell auf sie einzugehen: Jedes Kind hat beim Spielen eigene Vorlieben, was immer für Abwechslung sorgt. Ein Highlight ist auch, mit dabei zu sein, wenn wir mit den Kids Schwimmen oder Reiten gehen. Außerdem ist das Arbeitsklima hier sehr angenehm.

Was muss jemand mitbringen, der bei Ihnen einen Freiwilligendienst machen möchte, Frau Leppert?

Johanna Leppert: Auf jeden Fall Begeisterung und Freude für die Arbeit mit Kindern. Aber auch Geduld und Einfühlungsvermögen. Schließlich muss man sich auf das Tempo der Kinder einstellen und akzeptieren, dass das eine oder andere Kind langsamer oder spezieller im Verhalten ist. Wichtig ist auch eine gewisse Teamfähigkeit, da wir in den Gruppenteams intensiv zusammenarbeiten. Jeder sieht, was der andere tut, sodass stets eine wechselseitige Unterstützung gegeben ist. Wenn ich nicht einordnen kann, was ein Kind möchte, kann mir ein anderer Betreuer, der in dem Moment vielleicht einen besseren Zugang zu diesem Kind hat, weiterhelfen. So können sich die Freiwilligen und die hauptamtlichen Mitarbeiter im Zusammenspiel gut ergänzen.

Denise Kimmich: Wenn ich nicht weiterweiß, habe ich tatsächlich immer jemanden, an den ich mich wenden kann. Grade zu Beginn braucht man etwas Zeit, sich zu orientieren, sich auf die Bedürfnisse der Kinder einzustellen und zu verstehen, wie man in bestimmten Situationen handeln sollte.

Was nimmst Du für Dich aus Deinem Freiwilligendienst für Dich mit?

Denise Kimmich:Einerseits glaube ich, dass ich selbst in der Zeit gereift bin. Auf der anderen Seite ist es wahnsinnig schön, die Entwicklung der Kinder mitzuerleben. Jedes Kind macht Fortschritte. Davon ein Teil zu sein, macht mich stolz.

Johanna Leppert: Ein Beispiel: Ein Kind schafft es nicht, Dinge mit seinen Händen festzuhalten. Plötzlich klappt es und das Kind hält etwas fest. Das ist ein großartiges Erlebnis – nicht nur für die Kinder, sondern auch für uns! Sich über scheinbar unscheinbare Kleinigkeiten zu freuen, die für die Kinder riesige Schritte sind, gibt einem immer wieder ein gutes Gefühl bei der Arbeit.

Zu den Personen: 

Johanna Leppert (60 Jahre) leitet seit 1994 den Schulkindergarten HUCKEPACK.

Denise Kimmich (17 Jahre) macht seit September 2018 ein BFD im Schulkindergarten HUCKEPACK.


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