45 Jahre AWO-Nachsorgeverbund für Abhängige: Rückblick, Neubeginn und Blick nach vorn

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Isabell Grün
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Freiburg-Günterstal, 29.09.2026 – Der AWO-Nachsorgeverbund feiert sein 45-jähriges Jubiläum. Seit der Gründung im Jahr 1981 begleitet der Verbund Menschen auf dem Weg aus der Abhängigkeit hin zu mehr Lebensqualität, Selbstbestimmung und Teilhabe. Das breite Angebot umfasst das ambulant unterstütze Wohnen, die ambulante Beratung sowie verschiedene tagesstrukturierende Angebote wie z.B. das Begegnungscafé. In den vergangenen vier Jahrzehnten hat der Nachsorgeverbund sich kontinuierlich weiterentwickelt – immer mit dem Ziel, Angebote passgenau auf die Bedürfnisse der Betroffenen zuzuschneiden.

Vor über 45 Jahren nutzte die Selbsthilfegruppe „Gruppe 70“ Räumlichkeiten des Günterstaler Torbogens. Zur damaligen Zeit gab es nur wenige Angebote für Menschen mit Suchthintergrund oder abstinent lebende Menschen. Das erkannte die AWO-Freiburg und setzte sich aktiv für den Aufbau des Suchthilfesystems ein. So entstand zunächst die ambulante Einzelberatung. Nachdem auch Wohnungsnot deutlich wurde, entstanden zudem die vier Wohngruppen.

Im Laufe der Jahre kamen zahlreiche Angebote und Meilensteine hinzu: Die Begegnungswerkstatt entwickelte sich zu einem Ort des Austauschs, der Orientierung und gemeinsamen Lernens, während die Ambulante Gruppe flexible, niedrigschwellige Angebote bot, die Struktur, Halt und Netzwerkarbeit im Genesungsprozess ermöglichen. Die Frauen-Wohngruppe bot speziell Frauen mit Suchthintergrund sichere Wohn- und Lebensräume sowie psychosoziale Begleitung, und das Frauencafé wurde zu einem offenen Treffpunkt für Gespräche, Begegnung und Empowerment. Das Filmprojekt des sozialpädagogischen Gymnasium St. Ursula im Jahr 2014 beleuchtete die wichtige Arbeit des Nachsorgeverbund und gewann überdies einen Filmpreis. Die Corona-Pandemie verlangte zusätzliche Resilienz, führte zu Anpassungen der Angebote, stärkte digitale Zugänge und schuf verlässliche Ansprechpartner. Schließlich stand die Einführung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) für die Umsetzung von Teilhabe- und Selbstbestimmungsrechten, mit verstärkter Einbindung der Klient:innen in Planung, Entscheidungsprozesse und Alltagsgestaltung.

Neueröffnung des Begegnungscafés
Im Rahmen der Jubiläumsfeier wird das Begegnungscafé nach einer umfangreichen Kernsanierung wieder eröffnet. „Das neue Begegnungscafé steht für Begegnung, Sicherheit und Zugehörigkeit. Es verbindet bewährte Werte mit modernen Formen der Unterstützung.“ – AWO-Vorständin Vanessa Carboni. Ulrike Benz, Leiterin des Nachsorgeverbunds, findet „Unser Jubiläum ist mehr als ein Geburtstag. Es ist Verpflichtung und Motivation zugleich: Wir bleiben verlässlich, gestalten Räume der Teilhabe und stärken Menschen auf ihrem Weg aus der Sucht in ein selbstbestimmtes Leben.“

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